Ein Barcamp ist eine offene, partizipative „Unkonferenz“, bei der die Teilnehmenden das Programm selbst gestalten. Das Organisationsteam bereitet alles vor, wie für eine normale Konferenz: Räume, Catering usw. Es gibt aber keine vorher festgelegte Agenda oder Vortragende. Stattdessen schlagen die Teilnehmenden zu Beginn der Veranstaltung Themen vor und erstellen gemeinsam den Zeitplan. Der Eintritt ist kostenlos, damit alle mitmachen können. Sponsoren tragen die Kosten.

Foto: Christoph Bechtel

Im Gegensatz zu klassischen Konferenzen, bei denen das Programm und die Vortragenden im Voraus festgelegt sind, ist ein Barcamp ähnlich wie ein Open Space oder ein Hackathon, wo die Inhalte von den Anwesenden bestimmt werden. Alle sind eingeladen, eine Session zu halten, ob als Vortrag, Workshop oder Diskussion. So entsteht eine dynamische und interaktive Lernumgebung, die stark von der aktiven Teilnahme lebt.

Jede Session dauert maximal 45 Minuten. Es gilt das Prinzip der zwei Füße: Wer merkt, dass die Session nicht die richtige ist, sucht sich einfach eine andere Session.

In Anlehnung an die Regeln aus dem Film „Fight Club“ gibt es die Regeln des Barcamps:

Regel 1: Du redest über das Barcamp

Teilnehmende sollen aktiv über das Barcamp sprechen, um die Veranstaltung bekannter zu machen und andere zu motivieren, teilzunehmen und sich zu engagieren. Die Idee ist, dass die Begeisterung und das Wissen über das Barcamp weiter verbreitet werden.

Regel 2: Du postest über das Barcamp

Teilnehmende sollen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse in Blogs oder auf sozialen Medien teilen. Dadurch wird das Wissen weiter verbreitet, und es entsteht eine Dokumentation der Sessions und Diskussionen, die auch für diejenigen nützlich ist, die nicht teilnehmen konnten.

Es hilft sehr, wenn Du Beiträge zum Barcamp likest, teilst oder kommentierst. Wenn Du eigene Beiträge schreibst oder Videos dazu machst.

Unser Hashtag lautet übrigens #bcki+Jahreszahl. Also bspw. #bcki25 für 2025.

Regel 3: Wenn du präsentieren möchtest, notierst Du das Thema und Deinen Namen auf dem Sessionboard

Wer eine Session anbieten möchte, schreibt sein Thema und seinen Namen auf das Sessionboard. So wissen alle Teilnehmenden, welche Themen zur Verfügung stehen, und können sich entsprechend eintragen und planen.

Regel 4: Vorstellung mit nur drei Wörtern

Bei der Vorstellungsrunde stellt sich jede/r Teilnehmende mit nur drei Wörtern vor. Dies fördert Prägnanz und hilft, die Einführungsrunde effizient zu gestalten, damit mehr Zeit für die eigentlichen Sessions bleibt.

Beim Barcamp Kiel machen wir das meist anders, weil wir sehr viele Leute sind. Deshalb gibt es einmal 5 Minuten Zeit, um sich zwei Personen vorzustellen, die man noch nicht kennt.

Regel 5: So viele Sessions parallel wie die Location hergibt

Es können mehrere Sessions gleichzeitig stattfinden, abhängig von der Anzahl der verfügbaren Räume. Dies maximiert die Anzahl der angebotenen Sessions und sorgt für eine große Themenvielfalt.

Regel 6: Keine Agenda-Erstellung im Vorfeld, keine passiven Zuschauer

Es gibt keine vorgeplante Agenda; die Sessions werden vor Ort spontan geplant. Alle Teilnehmenden sind aktiv beteiligt, es gibt keine passiven Zuschauer. Alle Anwesenden sind eingeladen, sich aktiv einzubringen.

Regel 7: Sessions dauern 45 Minuten. Nicht länger

Gibt es darüber hinaus Bedarf zum Austausch, kann man das beim Kaffee oder Mittagessen fortsetzen

Regel 8: Dein erstes Barcamp? Tja, dann MUSST Du eine Session halten

Keine Bange, die Erfahreneren stehen gern mit Rat und Tat zur Seite :).

Ablauf des Barcamps

Ab 9.00 UhrAnkommen
10.00 – 11.00 UhrEröffnung und Sessionplanung
11.00 – 12.00 UhrSessionrunde 1
12.00 – 13.00 UhrSessionrunde 2
13.00 – 14.00 UhrMittagspause
14.00 – 15.00 UhrSessionrunde 3
15.00 – 16.00 UhrSessionrunde 4
16.00 – 17.00 UhrDa denken wir noch draur rum
Ab 17 UhrAbschlusssession

Warum heißt es „Barcamp“?

Das erste Barcamp wurde im August 2005 in Palo Alto, Kalifornien, ins Leben gerufen. Seither finden Barcamps regelmäßig in Nordamerika, Asien und Europa statt. Bereits im September 2006 wurden die ersten Barcamps im deutschsprachigen Raum in Berlin und Wien abgehalten. Das erste Barcamp in Kiel fand im August 2010 im Wissenschaftszentrum statt.

Der Name Barcamp spielt auf die von Tim O’Reilly initiierte Veranstaltung FooCamp an, bei der ausgewählte Teilnehmer (Friends of O’Reilly) zu einem Austausch und Übernachtung (Camping) zusammenkamen. Im Gegensatz zum FooCamp, bei dem eine Einladung erforderlich ist, sind Barcamps für jeden offen.

In der Informatik werden die Begriffe Foo und Bar als Platzhalter verwendet. Bspw.: „Wenn die Bedingung $foo eintrifft soll $bar passieren.“ Foo ist also so eine Art Gegenstück zu Bar. So ist das offene Barcamp das Gegenstück zum exklusiven FooCamp.